Metaphern - Geschichten zum Vorlesen       

Der Glöckner

In der Kirche eines kleinen Ortes im Landesinneren Japans wohnte ein einfacher ungebildeter Mann, dessen Arbeit darin bestand, zu den vom Priester vorgegebenen Zeiten die Tempelglocken zu läuten.

Dann befand der Kaiser plötzlich, dass alle Tempelangestellten mindestens einen Grundschulabschluss haben müssten. Er glaubte, so die Menschen zum Schulbesuch bewegen zu können.

Doch für den Glöckner, der schon zu alt war, um noch einmal die Schulbank zu drücken, bedeutete dies das Ende seiner Arbeit.

Er erhielt eine kleine Entschädigung - die üblichen Dankesworte.

Als er nach der Verabschiedung eine Zigarette rauchen wollte, stellte er fest, dass seine Schachtel leer war. Er bat seine dort anwesenden Freunde, ihm eine Zigarette zu schenken, aber deren Päckchen waren ebenfalls leer. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich in die nahe gelegene kleine Stadt zu begeben, um Tabak zu kaufen.

„Du hast jetzt viel Zeit", sagte einer der Freunde. „Du könntest für uns alle Zigaretten kaufen und wir zahlen dir eine kleine Kommission." Der ehemalige Glöckner begab sich nun regelmäßig in die Stadt, um Tabak zu kaufen. Dabei stellte er bald fest, dass auch viele andere Dinge in seinem kleinen Ort fehlten. Also brachte er auch Feuerzeuge und Zeitungen mit. Schließlich nahmen die Bestellungen derart überhand, dass er einen kleinen Laden aufmachte.

Da er ein guter Mann war, dem daran gelegen war, seine Kunden zufrieden zu stellen, blühte und gedieh der Laden. Er weitete seine Geschäfte aus und wurde am Ende zu einem der angesehensten Unternehmer der Region.

Aber es ging viel Geld durch seine Hände und eines Tages war es unumgänglich, ein Bankkonto zu eröffnen. Der Geschäftsführer der Bank empfing ihn mit offenen Armen.

Der alte Mann übergab ihm einen Beutel mit großen Banknoten, das Antragsformular wurde ausgefüllt, dann bat man ihn, zu unterzeichnen.

„Tut mir leid", sagte er. „Ich kann nicht schreiben." Der Geschäftsführer war verblüfft. „Das heißt, Sie haben all das geschafft, obwohl sie

Analphabet sind?"

„Ich habe es geschafft, weil ich mich bemüht und eingesetzt habe."

„Meinen Glückwunsch! Und all das, ohne eine Schule besucht zu haben. Stellen Sie sich einmal vor, was aus ihrem Leben geworden wäre, wenn Sie in die vom Kaiser angeordnete Schule gegangen wären!" Der Alte lächelte. „Das kann ich mir sehr wohl vorstellen. Wäre ich zur Schule gegangen, würde ich noch immer die Glocken der Kirche in meinem Dorf läuten."


      > zurück zur Übersicht                    > nächste Metapher/Geschichte

 

Schreiben Sie Ihre Meinung über die Geschichten und Metaphern >> Meine Meinung
Sie finden diese dann unter >> Meinungen/Rezensionen von Lesern

Schicken Sie doch diesen Link mit den wundervollen Metaphern und Geschichten an viele Menschen.
Sie wissen, alles, was Sie geben, geben Sie sich selbst.

  Metaphern für (Beispiele) und motivierende Geschichten zum Nachdenken -Sammlungen, Texte, Sprüche, Gedichte - Metaphern und Geschichten-Sammlungen zum Nachdenken (Motivation), Texte, Sprüche, Gedichte - Metaphern und Kurzgeschichten-Sammlungen, Metaphernsammlung, Gedanken und Lebensweisheiten zum nachdenken Texte, Sprüche, Gedichte, Geschichten fürs Training, Metaphern fürs Training, Metaphern fürs Seminar, Kurzgeschichten fürs Seminar

Das Copyright gehört den jeweiligen Autoren, die aber leider häufig nicht bekannt sind. Sollte hier jemand
Autoren ergänzen können, bitte ich um Nachricht.
 


 

 > Metaphern

 > Inspirationen

 > Affirmationen








 
Erschaffe Möglichkeiten in deinem Kopf
                         und kreiere dein eigenes Leben
                                                  Sie haben immer die Wahl
              Startseite | Coaching /Beratung | NLP Ausbildung | NLP-Schnupperkurse | Seminare | Über uns | Kontakt | AGB | Impressum/Datenschutz
                                                                                                                                                                  Metaphern | Inspirationen | Affirmationen | Links
Menschen mehr Freiheit
zu ermöglichen.
Das ist meine Arbeit