Metaphern      

Beziehungsspiele

Vor langer Zeit, du wirst dich bestimmt daran erinnern, gab es auf Erden noch jede Menge Trolle, Elfen, Riesen und Wassergeister, Zauberinnen und Zauberer, Könige und Königinnen. Zu jener Zeit lebten auch ein Prinz und eine Prinzessin, die sich zufällig fanden, sich sofort unsterblich ineinander verliebten und mit flammenden Worten die ewige Liebe heraufbeschworen. Landauf, landab war man begeistert von diesem schönen und glücklichen Paar.

Doch es gab auch einen hässlichen Riesen (er hatte Tränensäcke so lang und schlabberig wie die Leffzen eines Bernhardiners), der dem Prinzenpaar das Glück nicht gönnte. Lange sann er darüber nach, wie er ihnen schaden könnte. Weil er über magische Kräfte verfügte, überlegte er, ihnen sieben Jahre Unglück, Krätzmilben oder Schweißfüße anzuhängen. Oder alles zusammen. Oder... ja, das war's! Der teuflische Riese belegte sie mit einem hinterhältigen Fluch, den er einst einem betrunkenen Troll beim Kartenspielen abgeluchst hatte. Es war ein Fluch in Pulverform, den man nur in die Luft streuen und dabei den oder die Namen, der zu Verfluchenden rufen musste.

Also ging der Riese ans Werk. Und in der Tat wirkte der Fluch sofort. Es fing an, als die Prinzessin dem Prinzen ihr neues Pferd vorstellte und sie sagte: "Es ist ein wunderschöner Rappe". Der Prinz wollte "ja" sagen, aber aus seinem Mund entwich: "Nein, wie scheußlich, was für ein Ackergaul!". Und so ging es weiter. Der Prinz sagte: "Deine Augen haben ein wunderschönes Grün." Sie antwortete: "Nein, alles an mir ist schön, bis auf das Grün meiner Augen." Und schon fingen sie an zu zanken. Trotz ihrer ewigen Liebe gerieten sie in Streit, sobald sie miteinander sprachen. Das war das gruselige Werk des Riesen.

Und so ging es weiter. Wenn sie miteinander sprachen, herrschte Zwietracht und Meinungsverschiedenheit. Mit Krätzmilben oder Schweißfüßen wären die beiden sicher fertig geworden. Aber damit? Vor Kummer fing die Prinzessin an, Sahnetörtchen zu futtern, während der Prinz sein unglückliches Gemüt mit Himbeersirup und einsamen Spaziergängen dämpfte.

Eines Tages beschlossen sie, im Zauberwald den Magier aufzusuchen und ihn um Rat zu fragen. Bei Tagesanbruch machten sie sich auf den Weg und gelangten auch gleich in den Zauberwald. Um unnötigen Streit zu vermeiden, schwiegen sie beim Gehen. Es war ein wunderschöner Sommermorgen im Wald, in den Bäumen hingen noch Reste des Nebels, die Sonne blinzelte durch das Blattwerk der Äste und man spürte die Kraft der Bäume, Büsche und Gräser. Die beiden fühlten förmlich, wie lustvoll die Pflanzen sich an der frischen Luft und dem satten Boden labten. Da die beiden nicht stritten, sondern schwiegen, hörten sie auch die Vögel und ihr munteres Gezwitscher. All das wirkte wie Balsam auf die Seelen des traurigen Prinzenpaares. Es gab sie, die Schönheit! Sie war überall und beide konnten sie spüren, wenn sie in sich gingen.

Plötzlich tauchte vor ihnen eine Holzhütte auf, vor der auf einem dreibeinigen Schemel ein Magier saß. Er begrüßte sie mit den Worten: "Na, was wollt ihr zwei Hübschen? Jemandem sieben Jahre Unglück, Krätzmilben oder Schweißfüße anhängen? Oder...?" Artig verneigten sich die Beiden vor dem Magier und schilderten ihr Leid. Schrill lachte der Magier auf: "Hähähä! Werden gleich sehen, welche Kräfte wirken." Er zog einen magischen Taschenspiegel hervor, schnupfte ein bisschen Spinnenbeinpulver und murmelte etwas, als im Spiegel der Riese mit den gigantischen Tränensäcken erschien, der ein Pulver ausstreute und die Namen der Beiden murmelte.

"Aha," murmelte der Magier. Er nahm einen Kessel, füllte etwas Heilwasser und stärkende Kräuter hinein und wandte sich dem Prinzenpaar zu: "Dieser Fluch hat das Gleichgewicht der Elemente gestört. Wir werden es wieder herstellen. Gebt mir jeder eine Locke, sie möge das Element Erde repräsentieren, das Kraft, Beharrlichkeit, Mut, Ruhe und Ausdauer verleiht. Gebt mir jeder einen Tropfen Blut, um das Element Wasser ins Gleichgewicht zurückzubringen. Wasser steht für Wendigkeit und die Gunst der Wassernixen. Sodann haucht beide in den Topf. Das Element Luft verleiht Leichtigkeit, Frohsinn und Lachlust. Zu guter Letzt noch das Feuer. Ein jeder gebe mir ein Stück Holz. Damit werde ich ein Feuer entfachen, das für Liebe, Leidenschaft und Scharfsinn steht." Und schon hatte der Magier einen Trank gebraut, den er dem Paar anbot. Sie tranken ihn und spürten seine wärmende und heilende Wirkung. Bis in die letzte Zelle fühlten sie die Eigenschaften des Trankes. Ihnen wurde ganz leicht, ein inneres Licht durchflutete sie und in ihren Herzen tönte ein wohliger Klang.

Zum Abschluss sagte der Magier: "Ziehet hin in Frieden. Geht zurück und macht dem Riesen ein Geschenk, denn letztendlich hat er dafür gesorgt, das ihr heute stärker und weiser seid als je zuvor. Denn in euch lebt das Gleichgewicht der Elemente. Nutzt es, es gehört euch!"

Sie gingen zurück und brachten dem Riesen, so wie es ihnen aufgetragen war, Geschenke. Zunächst wussten sie nicht so recht, was sie ihm schenken sollten. Vielleicht einen Fluch zum Anhängen von sieben Jahren Unglück, Krätzmilben, oder Schweißfüßen. Gott-sei-Dank entschieden sie sich jedoch anders: Die Prinzessin überreichte ihm einen Topf mit Augensalbe, wegen der Tränensäcke und so, und der Prinz schenkte ihm einen leuchtenden Kristall. Der Riese war überglücklich und schon nach zwei Tagen waren die Bernhardiner-Tränensäcke verschwunden. Da er nun ganz manierlich aussah, fand er auch eines Tages eine Riesin - ein knackiges Weib, mit drallen Brüsten, der er den Kristall zum Geschenk machte und die bei ihm blieb. Aber das ist eine andere Geschichte, nicht jugendfrei und so, also reden wir nicht darüber...


      
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