Metaphern
Der Traum
Vor gar nicht allzu
langer Zeit, lebten in einem Zoo viele Tiere zusammen. Alle für
sich, nach Tierart in ihrem Käfig. Am Tage standen sie träge und
gelangweilt in ihren Gehegen. Am Abend aber, wenn alle Besucher und
Pfleger sich zurückgezogen hatten, kam Leben in sie! Wie von
Zauberhand öffneten sich alle Türen und Tore. Die Tiere konnten sich
frei bewegen. Sie hatten schon Freundschaften geschlossen und
freuten sich jeden Abend aufs Neue, sich zu sehen, miteinander zu
reden und lachen.
In einem besonders großen Gehege lebte ein Elefant. Er war still und
alle hielten ihn für besonders weise. Er stand dort, mit seiner
dicken Haut und den klugen kleinen Augen ... Er war gutmütig und
freundlich ... er beobachtete ganz genau und behielt sich alles was
er sah und hörte. Alle Tiere im Zoo hatten großes Vertrauen zu ihm
und seinen Fähigkeiten. Wenn jemand Probleme, Sorgen, Fragen oder
Trost brauchte, ging er zu dem weisen Elefanten. Er wusste einfach
immer Rat und Antwort.
So kam es, dass auch der kleine Schimpanse Filou bei dem weisen
Dickhäuter vorstellig wurde. Er hatte blitzende braune Augen, war
immer zu Scherzen bereit. Alle mochten ihn deswegen. Filou stand vor
dem Elefanten und sah ihn ernst an. Dieser neigte seinen Kopf und
bedeutete Filou sich auf den Rüssel zu setzten, den er wie ein L
geformt hatte. Der Kleine nahm Platz und schmiegte sich eng an den
Rüssel und tankte Wärme und Energie. Er schloss dabei die Augen und
seufzte leicht. Es tat sooo gut! Der Dickhäuter blickte auf Filou
und eine Welle der Zuneigung durchzog ihn. Diese gab er, einfach per
Gedankenkraft und durch seine Aura an den Kleinen weiter. Dieser war
ganz verwirrt über das, was er spürte. Verabschiedete sich brav und
ging in seinen Teil des Geheges, legte sich auf seinen Schlafplatz,
einem alten ausgedienten LKW-Reifen und träumte einen Traum:
Weit weg vom Zoo, in einem fernen Land, wo der Ozean so groß war,
dass man überall, wo auch immer man hinschaute, den Horizont sah.
Dort lebten auf dem Meeresgrund viele Tiere, Muscheln, Pflanzen und
Meerjungfrauen. Diese lebten in schlossähnlichen Felshöhlen wie eine
große Familie. Eines Tages stöberte eine stille aber neugierige
Meerjungfrau in einem Teil der Höhlen, der schon lange nicht mehr
besichtigt worden war. Sie fand dort eine riesige Muschel. Leicht
verschlammt, schon lange nicht mehr geöffnet. Vorsichtig strich die
kl. Meerjungfrau den Schlamm von der Oberfläche der Muschel und mit
viel Mühen öffnete sie diese. Dort fand sie einige wundervolle
Schätze! Begeistert rief sie nach ihren Geschwistern und
Freunden/innen. Große Augen des Erstaunens und der Freude. Behutsam
wurden alle Kostbarkeiten bewundert, begutachtet und mit zarten
Fingern betastet. Es waren nur einige kl. Kostbarkeiten. Sie wurden
alle wieder sorgfältig in die große Muschel gelegt und diese wurde
vorsichtig geschlossen.
In den Tagen und Wochen darauf kamen immer wieder Meerjungfrauen um
ihre kl. Geheimnisse und Schätze der Muschel zu schenken. Diese
wurde immer voller und voller, so dass sie zum Schluss kaum noch
geschlossen werden konnte. Aber sie glänzte wieder und strahlte, so
wie in alten Zeiten. Das Öffnen und Schließen wurde von Mal zu Mal
leichter und leichter. Und wenn vor ihr ein besonders schönes Wesen
stand, schön – von innen heraus - dann öffnete sich die große
Muschel von ganz alleine, um all ihre Schätze und Kostbarkeiten
preis zugeben
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